Beim Coaching erfolgt eine kontinuierliche Begleitung und Beratung eines AD(H)S-Betroffenen in regelmäßigen Sitzungen. Diese Treffen dauern ca. 50 Min. und finden zu Beginn idealerweise wöchentlich statt.
Ziel des Coachings ist es, dem Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.
Dazu erhält der Klient ausführliche Informationen zu Ursache, Verlauf und Symptomatik seiner Störung.
Mit diesem Wissen und sachkundiger Begleitung, auch in Krisensituationen,
kann er neue Stategien entwickeln und adäquate Verhaltensweisen einüben.
Coaching kommt in Frage für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Paare, Eltern und Alleineziehende.
"Wo hilft Coaching"
- In der Störungsbildschulung hat sich Coaching bewährt. Es geht nicht nur um theoretisches Wissen - das können Bücher und Vorträge besser vermitteln. Anliegen ist vielmehr, das, was der Betroffene im täglichen Leben vorfindet, richtig einzuordnen. Das geht nur vor Ort und bei fundiertem Störungsbildwissen des Coaches.
- Kontaktpflege wird durch Coaching erleichtert. Indem Ordnung in das Leben gebracht wird, lassen sich Verabredungs-Termine endlich einhalten. Insgesamt hat die Pflege von Sozialkontakten eine hohe Priorität beim Coaching.
- Die Planung des Tagesablaufs ist erster Angriffspunkt des Coachings. Meistens kann hier sehr viel Zeit und Kraft gespart werden.
- Viel Kraft und Zeit kann ebenfalls bei der Ordnung des Arbeitsplatzes und/oder des Haushalts gewonnen werden. Durch Hilfestellung des Coaches soll der Klient die Ordnung selber und nach eigenen Bedürfnissen herstellen. Manche beruflich sehr erfolgreiche Menschen scheitern ohne Coaching in den eigenen vier Wänden.
- Erfolgserlebnisse sind bei mangelnder Selbstwahrnehmung kaum zu erzielen. Die vielen kleinen Siege gehen unter, ohne selbst gesehen worden zu sein. Entsprechend mühsam wird es die Motivation zu halten. Hier dient der Coach als "Brille".
- Selbsteinschätzung ist oft nur durch den Coach korrekt möglich. Es geht besonders um Dinge, wie die körperliche und seelische Belastbarkeit, die in der Begeisterung oft überschätzt wird. Das Rezept: Pausenzeiten! Medikamentöse Unterstützung! Arbeitseinteilung! Eingrenzung von Arbeitsfeldern! Überblick verschaffen!
- Coaching hilf, Motivation bereitzustellen. Dazu ist die Situation "eins-zu-eins" wertvoll. Das Dopamin-Defizit wird hierdurch zeitweilig gemildert.
"Was kann Coaching nicht"
- Coaching kann keine Medikation ersetzen. Manche Klienten glauben: "Jetzt wo ich einen Coach habe, muss ich keine Medikamente mehr nehmen." Im Gegenteil, häufig stellen Medikamente erst die nötige Arbeitsfähigkeit für das Coaching her.
- Coaching soll keine Arbeit abnehmen. Was auch immer getan werden muss, der Coachee macht es selber. Was er selber ordnet, selbst abheftet, selber beschriftet, wird er wiederfinden. Das bedeutet nicht, dass der Coach nicht hilfreich wäre, wie er für Motivation und Struktur, für Eindeutigkeit sorgt. (kein Ordner mit der Aufschrift "Diverses")
- Coaching kann und will dem Coachee keine Verantwortung abnehmen. Ziel ist diesen zu befähigen, Verantwortung zu tragen.
- Coaching kann keine Sozialkontakte, keine Freundschaften, Bekanntschaften oder Vereinstätigkeiten ersetzen. Der Coach als einzigste Bezugsperson ist ein Unding. Im Gegenteil, er soll dem Klienten dabei helfen die Welt zu erobern. Die "Welt", das sind in erster Linie Menschen.
Ausbildung und Mitgliedschaft: adhs-deutschland
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